Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 015/2018 - 25.05.2018

Gewerkschaftsjugend spricht sich für ein landesweites, günstiges Azubiticket aus

Fast 300.000 junge Menschen machen aktuell eine betriebliche Ausbildung in NRW. Hinzu kommen immer mehr schulische Auszubildende. Im Unterschied zu Studierenden haben sie keinen Zugriff auf ein preisgünstiges landesweites Ticket in Bus und Bahn. „Wir beobachten hier eine Schlechterstellung der Auszubildenden. Aus unserer Sicht ist ein landesweit gültiges Azubiticket, das für einen fairen Betrag von monatlich maximal 30 Euro freiwillig erworben werden kann, längst überfällig“, so Mina Schellschläger, Jugendbildungsreferentin beim DGB. Die Gewerkschaftsjugend fordert die Landesregierung auf, eine Lösung zu finden, damit alle betrieblichen und schulischen Auszubildenden Anspruch auf ein NRW-weites, preisgünstiges Nahverkehrsticket bekommen.
In ihrem regelmäßigen jährlichen Ausbildungsreport hat die DGB-Jugend NRW erhoben, dass Auszubildende jährlich 669 Euro für ihre Fahrtkosten ausgeben. Das entspricht etwa der durchschnittlichen monatlichen Brutto-Vergütung eines Azubis im ersten Ausbildungsjahr. Ein NRW-weites Ticket könne die Auszubildenden finanziell deutlich entlasten.
Neben der finanziellen Entlastung betont die Gewerkschaftsjugend auch die gesellschaftliche Teilhabe. Studierende können ihr „Studi-Ticket“ rund um die Uhr nutzen – beispielsweise auch um an den Wochenenden Konzerte, Bildungsveranstaltungen, Familie oder Freunde in anderen Städten NRWs zu besuchen. Ein landesweites Azubiticket würde endlich auch den Auszubildenden diese Flexibilität erlauben.
Gleichzeitig sieht die Gewerkschaftsjugend dringenden Investitionsbedarf für eine nachhaltige, zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur sowie die Notwendigkeit, dass der regionale ÖPNV besser auf die Bedarfe Auszubildender zugeschnitten wird. Dazu Schellschläger: „Sicher, wir beobachten auch, dass es um das ÖPNV-Angebot in der Region nicht zum Besten steht. Für uns steht aber fest: Kein Azubiticket ist auch keine Lösung. Uns ist doch allen klar, dass wir Mobilität als Gesellschaft in Zukunft neu denken müssen. In einer Zeit, in der auch unsere Region an vielen Stellen unter dem motorisierten Individualverkehr ächzt, ist ein freiwillig zu erwerbendes, günstiges Azubiticket aus unserer Sicht ein sinnvoller Baustein auf dem Weg zu neuen Formen von Mobilität.“

 

 

 

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