Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 072 - 16.05.2013

DGB Hochsauerland besorgt über Entwicklung bei Honsel-Martinrea

Mit großer Besorgnis beurteilt der DGB-Kreisverbandsvorsitzende Wolfgang Zeh die Entwicklung beim Automobilzulieferer Honsel-Martinrea in Meschede. Die Geschäftsführung des Unternehmens hatte am Mittwoch, dem 08.05.2013 auf einer Betriebsversammlung angekündigt, die Tarifbindung zum 30.06.2013 aufzugeben.

„Flucht aus dem Tarifvertrag ist immer ein schlechter Ratgeber für ein Unternehmen“, sagt Zeh. Die Geltung von Tarifverträgen gibt den Arbeitnehmern Sicherheit bei Entgelt, Arbeitszeit, Einstufung, Sonderzahlung und vielen anderen betrieblichen Rahmenbedingungen. Tarifverträge sichern auch gleiche Wettbewerbsbedingungen bei Konkurrenten und vergleichbaren Anbietern in einer Branche.

Ziel eines Austritts aus dem Tarifverbund ist meistens die kurzfristige Verschlechterung von Arbeitsbedingungen. Gerade das kann sich ein Marktführer der Automobilbranche in Deutschland nicht leisten. Honsel-Martinrea war gerade wegen seiner Qualität in Lieferung und Leistung bei seinen Kunden immer eine Nasenlänge voraus. Weltweit anerkannte Qualitätspreise von u.a. Ford und Volvo haben dieses Qualitätsniveau belegt und bewiesen.

Lohndumping, schlechtere Arbeitsbedingungen, Ausbau von Leiharbeit und kurzfristige Zeitverträge erhöhen die Fluktuation, Abfluss von Know-How und gefährden gerade dieses Qualitätsniveau und das Vertrauen der Kunden in ein Unternehmen.

Zeh, selber 39 Jahre bei Honsel und ehemaliges Betriebsrats- und Aufsichtsratsmitglied, sichert der Belegschaft und der IG Metall die volle Solidarität des DGB Hochsauerlandkreises zu. "Wir werden nicht zusehen, wie in einem so großen Unternehmen im Sauerland nach Wildwestmanier das Recht des Stärkeren eingeführt werden soll. Gewerkschaftlicher Widerstand, ein hoher Organisationsgrad und eine große Einsatzbereitschaft der Belegschaft, für ihre Interessen auch zu kämpfen, haben schon so manches Unternehmen in den Tarifverbund zurückgebracht.“