Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 006/2017 - 02.03.2017

Freiheit für den Sonntag!

Kirchen und Gewerkschaften fordern bundeseinheitlichen Schutz des Sonntags

Besinnliche Weihnachten oder ein frohes Osterfest mit der Familie – für Millionen Deutsche und somit auch für viele Männer und Frauen, Väter und Mütter in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe – keine schöne Vorstellung, eher ein Alptraum.
Darauf weist die regionale Sonntagsallianz in Siegen-Wittgenstein und Olpe, anlässlich des alljährlichen Internationalen Tages des Freien Sonntags am 3. März, hin.

Am 3. März im Jahr 321, also vor nunmehr 1696 Jahren hat der damalige römische Kaiser Konstantin für das römische Weltreich den Sonntag per Edikt als für alle Bürgerinnen und Bürger arbeitsfreien Tag verkünden lassen. „Wir haben in vielerlei Hinsicht den alten Römern viel zu verdanken und Kaiser Konstantin hatte mit Sicherheit triftige Gründe solch eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht sollten unsere Politikerinnen und Politiker auch einmal in sich gehen und überlegen, was sie ihren Wählerinnen und Wählern mit so mancher ihrer Entscheidung und den daraus resultierenden Auswirkungen zumuten“, sagt der Geschäftsführer der DGB-Region Südwestfalen, Ingo Degenhardt. „Wir als Gewerkschaften werden den Schutz des freien Sonntags auch im Vorfeld der Landtagswahlen und der Bundestagswahl aufgreifen und erwarten von den Parteien und den Kandidatinnen und Kandidaten, dass sie sich dieses Themas annehmen“, so Degenhardt weiter.

Laut statistischem Bundesamt arbeiteten 2014 bundesweit mehr als elf Millionen Menschen an Sonn- und Feiertagen. 1994 hingegen waren es weniger als acht Millionen Erwerbstätige, die gelegentlich, regelmäßig oder ständig an Sonn- und Feiertagen zur Arbeit gingen.
„Der weitere Ausbau der Dienstleistungsgesellschaft, Digitalisierung und der demographische Wandel werden den Trend zur Sonn- und Feiertagsarbeit zunehmend verstärken. Wir werden wohl zu einer Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft kommen, hier gilt es Schutzmechanismen zu schaffen und Rahmenbedingungen zu setzen“, sagt Erwin Vitt, Sprecher der regionalen Sonntagsallianz.

Um diesem Trend entgegen zu wirken, fordert die Sonntagsallianz eine bundeseinheitliche Regulierung der Sonntagsarbeit – u.a. durch die Einführung einer bundesweit gültigen Bedarfsgewerbeverordnung sowie durch bundeseinheitliche Standards für die Ladenöffnungsgesetze der Länder. Von der Bundesregierung fordert die Allianz zudem die Einführung eines Sonntagsschutzberichts, der den rapiden Anstieg der Sonn- und Feiertagsarbeit detailliert analysieren soll.

Nach wie vor gibt es aus Sicht der Allianzpartner Rechtsunsicherheit bei der Beantragung und Genehmigung von verkaufsoffenen Sonntagen. Dies haben auch im Kreisgebiet jüngste Genehmigungsverfahren gezeigt.

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