Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 002/2018 - 01.02.2018

Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße

DGB steht an der Seite der streikenden Metaller in Südwestfalen

Geschlossen zeigen die Mitglieder der IG Metall was sie von den Arbeitgebern in der laufenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie erwarten. Der heimische DGB stärkt den streikenden Kolleginnen und Kollegen den Rücken. Mit den Worten: „Wir stehen an eurer Seite und unterstützen eure Forderung nach einer völlig angemessenen Lohnerhöhung und die Möglichkeit zur Reduzierung der Arbeitszeit“, wendet sich Südwestfalens DGB-Chef, Ingo Degenhardt, an die streikenden Kolleginnen und Kollegen. „Wer tagtäglich seine Arbeitskraft für die Unternehmen zur Verfügung stellt, der ist produktiv und schafft die Werte. Aktionäre, Investoren, Unternehmer und Geschäftsleitungen alleine werden nie und nimmer Autokarossen, Rohre, Steckdosen oder Schrauben herstellen können. Ohne die vielen Tausenden von Beschäftigten funktioniert die Produktion nicht. Also muss ein berechtigter Teil der Gewinne bei den Belegschaften ankommen“, so Degenhardt weiter.

An die Adresse der Arbeitgeber richtet der Gewerkschafter einen deutlichen Appell: „Nehmen sie neben der berechtigten Lohnforderung das Thema Arbeitszeitreduzierung sehr ernst und hinterfragen sie ihre Verantwortung, in gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht. Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße. Wir brauchen jetzt Ergebnisse, gute Ergebnisse für die Beschäftigten und somit für unsere Gesellschaft, für zu pflegende und hilfsbedürftige Menschen in diesem Land“, sagt der DGB-Mann.
Degenhardt spielt dabei auf die aus der Unternehmensethik stammende Initiative CSR (Corporate Social Responsibility), die gesellschaftliche und soziale Verantwortung von Unternehmen, an.

Zudem zeigen die Ergebnisse im kürzlich vorgestellten DGB-Arbeitszeitreport für NRW deutlich, wie hochgradig flexibel die Beschäftigten zugunsten ihres Unternehmens arbeiten. Degenhardt: „Das kann aber keine Einbahnstraße sein. Jetzt ist es an der Zeit, die Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Focus zu nehmen. Wer Fachkräfte halten und binden will, der muss auch in Punkto Arbeitszeitgestaltung die richtigen Angebote machen.“
Für die Gewerkschaften ist es auch eine Frage von Gerechtigkeit, dass Beschäftigte die Angehörige pflegen oder noch kleine Kinder haben, mit einem teilweise Lohnausgleich nach Hause gehen können. Sonst wäre ein derartiges Engagement im häuslichen Umfeld für viele gar nicht leistbar.

 

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