Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 004/2017 - 16.02.2017

Die Versorgung ist in Gefahr

DGB-Siegen-Wittgenstein unterstützt NRW-Appell für mehr Krankenhauspersonal

In seiner jüngsten Vorstandssitzung hat sich der hiesige DGB-Kreisverband intensiv mit der Situation des Krankenhauspersonals beschäftigt und entschieden, offensiv den nordrhein-westfälischen Appell für mehr Krankenhauspersonal zu unterstützen. Landesweit fehlen in den Krankenhäusern, nach Gewerkschaftsberechnungen 35.000 Stellen, das ist jeder fünfte Arbeitsplatz in einer Klinik.

Dieser eklatante Stellenmangel ruft daher auch den örtlichen DGB auf den Plan. Siegen-Wittgensteins DGB-Chef, Ingo Degenhardt, spricht von „unhaltbaren Zuständen". „Diese Situation betrifft auch unser Kreisgebiet und somit unsere Bevölkerung, also auch unsere Familien, Verwandten, Freunde und Nachbarn. Zum einen sind es die Patienten und ihre Angehörigen die unter dem Personalnotstand leiden. Zum anderen sind es die Beschäftigten, die längst ihre eigenen Belastungsgrenzen überschritten haben. Wenn das medizinische Personal selbst auch noch krank wird, dann verschärft sich die Problematik um ein Vielfaches. Wir haben hier dringenden Handlungsbedarf", sagt Ingo Degenhardt.

Neben dem fehlenden medizinischen Personal und den Pflegekräften fehlt es in den Kliniken zudem an Reinigungspersonal. Mangelnde Hygiene hat dramatische Folgen. In ganz Deutschland sterben jährlich rund 30.000 Menschen an Krankenhauskeimen. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene geht davon aus, dass mehr als ein Drittel dieser Todesfälle durch mehr Reinigungspersonal zu vermeiden wären.

Die Gewerkschaft ver.di hat angekündigt, in den Krankenhäusern für Entlastung einzutreten und fordert eine gesetzliche Personalbemessung. „Das sind richtige und vor allem notwendige Schritte die unsere volle Unterstützung finden", so Degenhardt.

Um möglichst viele Siegen-Wittgensteiner über die Situation zu informieren und zur Unterschrift unter den Appell zu animieren hat der DGB den Appell auch auf seine Homepage eingestellt. Unter www.suedwestfalen.dgb.de steht der Appell zum Download bereit. Der DGB bittet darum, die Unterschriftenlisten an siegen@dgb.de zurück zu senden.

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