Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 075 - 14.06.2013

Job-Verlust im HSK führt häufig sofort in Hartz IV

„Das Sicherungsnetz der Arbeitslosenversicherung ist äußerst grobmaschig, weil viele bei eintretender Arbeitslosigkeit hindurch fallen“, so Wolfgang Zeh, Kreisverbandsvorsitzender des DGB HSK.

Zwischen den einzelnen Branchen zeigen sich aber auch im HSK deutliche Unterschiede. Niedriger als in anderen Branchen ist das Risiko in der Industrie. Nur wenig mehr als 5% der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe, die 2012 den Job verloren haben, mussten staatliche Fürsorgeleistungen beziehen. Im Gastgewerbe steigt die Hartz IV-Bedürftigkeit bereits mehr als ein Zehntel derjenigen, die den Job verloren haben. Bedrückend ist das Armutsrisiko aber insbesondere im Verleihgewerbe. Mehr als ein Viertel aller Leiharbeitskräfte, die 2012 den Job verloren haben, mussten Hartz IV beantragen. Leiharbeitskräfte verlieren folglich nicht nur weit häufiger den Job als in der Industrie, sondern sind zugleich weit häufiger nach Jobverlust auf Hartz IV angewiesen.

Der DGB hält es für dringend erforderlich, den sozialen Schutz der Arbeitslosenversicherung wieder zu verbessern. So sind Befristungen bei Arbeitsverträgen auf das Notwendigste zu beschränken; die Mitbestimmung bei Leiharbeitnehmern zu verbessern und der Missbrauch bei Werksverträgen zu bekämpfen.

Zum bis Februar 2006 geltenden Recht sollte wieder zurückgekehrt und ein Versicherungsanspruch von zumindest sechs Monaten nach Beitragszeiten von drei Jahren eröffnet werden. Prekär Beschäftigte müssen sozial besser abgesichert werden. Indirekt werde so auch der HSK entlastet, der die Wohnkosten für arbeitslose Hartz IV-Empfänger übernehmen müsse.