Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 031/2016 - 08.09.2016

Hochsauerlandkreis DGB-Gewerkschaften sammeln Unterschriften

Arbeitgeber wieder zur Hälfte an der Finanzierung der Krankenversicherung beteiligen

Die paritätische, also hälftige Finanzierung durch Versicherte und ihre Arbeitgeber ist traditionelles Merkmal der deutschen Sozialversicherungen. Für die gesetzliche Krankenversicherung gilt das schon lange nicht mehr. „Seit mehr als 10 Jahren zahlen Beschäftigte, Rentnerinnen und Rentner einen höheren Beitragsanteil als die Arbeitgeber", sagt HSK DGB-Chef, Wolfgang Zeh.

Zunächst wurde ein Sonderbeitrag der Versicherten von 0,9 Prozent eingeführt, später pauschale Zusatzbeiträge. Zeh: „Angeblich ging es darum die Arbeitgeber zu entlasten und Beschäftigung zu sichern. Nachgewiesen wurde das nie, wird aber bis heute immer wieder behauptet. Klarheit hingegen herrscht bei den Versicherten, denn bei vielen Krankenkassen werden höhere Arbeitnehmer-Zusatzbeiträge fällig". Nach Schätzungen der gesetzlichen Krankenkassen gibt es bei der Finanzierung des Gesundheitssystems gewaltige Deckungslücken. Für 2016 wird mit einer Lücke von 14,4 Milliarden Euro gerechnet, für 2017 sogar mit 17,2 Milliarden Euro.

DGB und Gewerkschaften sehen dringenden Handlungsbedarf. Die Arbeitgeber sollen endlich wieder in die Pflicht genommen werden und einen gerechten Teil der Kosten übernehmen. 7,3 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens bleiben als Arbeitgeberbeiträge konstant, während Beschäftigte, Rentnerinnen und Rentner die Mehrkosten des Gesundheitssystems allein finanzieren müssen. „Inzwischen haben wir Zusatzbeiträge von durchschnittlich 1,1 Prozent, Tendenz steigend. Bei einem mittle-ren Brutto-Einkommen von 3.600 Euro sind das rund 40 Euro Mehrbelastung im Monat. Die Rückkehr zur Parität und eine gerechte Lastenverteilung sind lange überfällig. Wir werden unser Anliegen den örtlichen Bundestagsabgeordneten gegenüber deutlich machen und die Unterschriftenlisten übergeben", so Wolfgang Zeh.

Unterschriftenlisten können über meschede@dgb.de angefordert werden.

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