Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 006/2018 - 07.03.2018

Sonntags Arbeitsfrei!

Kirchen und Gewerkschaften appellieren an heimische Landtagsabgeordnete

Sonn- und Feiertage für Millionen Menschen in unserem Land und somit auch für viele Männer und Frauen, Väter und Mütter in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe ein normaler Arbeitstag. In etlichen Bereichen wie Energieversorgung, öffentliche Sicherheit, bei Rettungskräften, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen lässt es sich leider nicht vermeiden. Aber muss nun auch im Einzelhandel zunehmend an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden?

Gegen eine Ausweitung der Arbeit an Sonn- und Feiertagen spricht sich die regionale Sonntagsallianz in Siegen-Wittgenstein und Olpe, anlässlich des alljährlichen Internationalen Tages des Freien Sonntags am 3. März, aus.

Am 3. März im Jahr 321, also vor nunmehr 1697 Jahren hat der damalige römische Kaiser Konstantin für das römische Weltreich den Sonntag per Edikt als für alle Bürgerinnen und Bürger arbeitsfreien Tag verkünden lassen. „Den freien Sonntag haben wir im christlichen Abendland somit Kaiser Konstantin zu verdanken. In praktisch allen europäischen Ländern gibt es eine Beschränkung der Sonntagsarbeit. Die Sonntagsruhe ist in Artikel 140 des Grundgesetzes verfassungsmäßig geschützt. Diese grundsätzliche Regelung darf nicht weiter ausgehöhlt werden. Die Bevölkerung braucht einen gemeinsamen freien Wochentag, wo das Familienleben Priorität haben darf, betonen Dechant Karl-Hans Köhle, Superintendent Peter-Thomas Stuberg und der Geschäftsführer der DGB-Region Südwestfalen Ingo Degenhardt.

Laut statistischem Bundesamt arbeiteten 2014 bundesweit mehr als elf Millionen Menschen an Sonn- und Feiertagen. 1994 hingegen waren es weniger als acht Millionen Erwerbstätige, die gelegentlich, regelmäßig oder ständig an Sonn- und Feiertagen zur Arbeit gingen.
„Der weitere Ausbau der Dienstleistungsgesellschaft, Digitalisierung und der demographische Wandel werden den Trend zur Sonn- und Feiertagsarbeit zunehmend verstärken. Wir sind auf dem Weg zu einer Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft. Dagegen gilt es Schutzmechanismen zu schaffen und Rahmenbedingungen zu setzen“, sagen die drei Allianzvertreter.

Aktuell beschäftigt die regionale Sonntagsallianz der Entwurf des Gesetzes zum Abbau unnötiger und belastender Vorschriften im Land Nordrhein-Westfalen - Entfesselungspaket I.

Mit der im Gesetzesentwurf angestrebten Ausweitung der Ladenöffnung an jährlich bis zu acht Sonn- und Feiertagen, also eine Verdoppelung vorzunehmen, werden sich die Arbeitszeiten der Beschäftigten weiter verschlechtern. Bemerkenswert finden Köhle, Stuberg und Degenhardt dabei, dass diese Verschlechterungen der Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten im Einzelhandel in NRW und ihrer Familien unter der Überschrift „Abbau unnötiger und belastender Vorschriften“ sowie „Entfesselungspaket“ vorgenommen wird.

„Wir appellieren an unsere Landtagsabgeordneten: Wirken Sie auf die Kräfte in der Landesregierung ein, die den verfassungsrechtlich garantierten Sonn- und Feiertagsschutz weiter aushöhlen wollen und dadurch unsere Gesellschaft ärmer werden lassen. Aus unserer Sicht werden mit dem Gesetzentwurf bestehende Rechtsunsicherheiten für unsere Kommunen nicht abgeschafft, vielmehr werden zunehmend Schutzbestimmungen unterlaufen. Die  Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer scheinen nur wenig Beachtung zu finden. Der Sonntag ist wichtig für die Familie, für Freunde, Sport und Hobby, für Gottesdienste und als Tag der Ruhe und Erholung für Körper und Geist – der Sonntag muss grundsätzlich arbeitsfrei bleiben“, so die Vertreter der Kirchen und des DGB.

 

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