Deutscher Gewerkschaftsbund

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Das Siegerland steht seit jeher im Zeichen der Eisenerzgewinnung und -verarbeitung. Hier wurden ab etwa 650 v. Chr. Metalle, insbesondere Eisen, gewonnen. Mittelalterliche Verhüttungsplätze, sog. Waldschmieden, sind zahlreich kartiert. Technisch gesehen geht es um die sog. direkte Eisengewinnung, d.h. die Schlacke wurde flüssig, das Erz aber lediglich zu einem wohl teigigen Klumpen reduziert. Bergbau auf Eisen fand im Tagebau statt. Metalle (Silber/Blei) wurden auch schon im Schachtbau gewonnen (Altenberg 1212).

Die früheste urkundliche Erwähnung 1298 betrifft den Silberbergbau. 1313 ist mit dem Stahlberg bei Musen erstmals ein Eisenerzbergwerk urkundlich belegt. Auch wenn der erste mit Wasserkraft betriebene Hammer erst 1447, das erste wasserkraftgetriebene Blaserad erst 1467/68 urkundlich nachzuweisen sind und noch 1463/64 Bälge von Menschen angetrieben werden, geht man in der Region - aufgrund der urkundlich belegten Lage an der Weiß, einem linken Nebenfluß der Sieg - davon aus, dass hier erstmals ein die Energie des Wassers nutzendes Hüttenwerk bezeichnet ist.

Die neue Kraft führte zur Gewinnung flüssigen Roheisens. Dieses musste erst entkohlt/gefrischt werden und wurde dann unter dem Wasserhammer zu Schmiedeeisen bzw. -stahl verdichtet. Von der Weiterverarbeitung zu Fertigprodukten ging man im Siegerland - mit Ausnahme der Herstellung gusseiserner Gerätschaften (seit Ende des 15. Jhs) - im Verlauf des 16. und 17. Jahrhunderts mehr und mehr ab. Neben der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Energie Wasser bestimmte nämlich ein anderer knapper aber unverzichtbarer Rohstoff und Energiefaktor, Holzkohle, die Produktionsmenge.

Seit 1555 war die Betriebszeit der Siegerländer Hütten- und Hammerwerke deshalb gesetzlich geregelt. Neue Holzkohle konsumierende Werke wurden vom Landesherren seitdem nicht mehr konzessioniert. Auch in preußischer Zeit (nach 1816) wurde diese Regelung beibehalten. Die gegebenen Verhältnisse führten zu einer überregionalen Arbeitsteilung. Im kurkölnischen Sauerland, im Bergischen Land und im Märkischen gab es Wasserkraft und Holzkohle, das im Mittelalter dort verhüttete Raseneisenerz aber ging aus. Die Weiterverarbeitung des im Siegerland produzierten Schmiedeeisens bzw. Schmiedestahls zu Drähten oder zu Blechen für Pfannen, Sensen, Klingen usw. und der Vertrieb dieser Produkte blieb im wesentlichen den Bewohnern des Sauerlandes vorbehalten.

Heute leben rund 440 000 Einwohner, darunter 146.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte von denen mehr als ein Drittel Mitglied in einer DGB-Gewerkschaft sind in den beiden Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe.
Kennzeichnendes Merkmal der regionalen Wirtschaft ist die klein- und mittelständisch geprägte Unternehmensstruktur. Ihr Schwerpunkt liegt im verarbeitenden Gewerbe. Über die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der gesamten Region finden einen Arbeitsplatz im produzierenden Gewerbe. Im Kreis Olpe liegt dieser Anteil sogar bei 58%. Landesweit beträgt der Anteil nur 37%. Schwerpunkte des industriellen Sektors sind die Metall erzeugende und verarbeitende Industrie und der Maschinenbau.

Große Bedeutung haben auch Betriebe der Nahrungsmittelindustrie. Zu den Marktführern gehören dabei eine der größten Premiumbrauereien der Bundesrepublik und überregional agierende Fleisch verarbeitende Unternehmen.
Auch wenn der Anteil des Dienstleistungssektors wegen des hohen industriellen Anteils der Region weit hinter den Durchschnittswerten von Bund und Land zurückbleibt, so sind die Dienstleistungsunternehmen der Region ebenso dynamisch gewachsen wie im bundesweiten Trend. Dies gilt z. B. für den Gesundheitsbereich, in dem im Jahr 2000 über 7000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen Arbeitsplatz fanden. Einen Schwerpunkt hat dieser Dienstleistungsbereich in Wittgenstein, wo aus den ursprünglichen Kur- und Kneipp-Aktivitäten im Laufe der Jahre leistungsfähige Rehabilitations- und Nachsorgekliniken entstanden sind. Die naturräumlichen Bedingungen und die bereits vorhandene touristische Infrastruktur sind gute Voraussetzungen für einen Ausbau der Tourismuswirtschaft.

Mit ca. 70 Prozent Waldanteil gehört der Kreis Siegen-Wittgenstein zu den waldreichsten Gebieten in Deutschland. Der Kreis Olpe mit einem nur geringfügig kleineren Waldanteil verfügt mit dem Biggesee, der Attahöhle, dem Panorama-Park und den Karl-May-Festspielen über touristische Anziehungspunkte, die weit über die Region hinaus bekannt sind. Ein Markenprodukt, das in den letzten Jahren entwickelt wurde, ist der "Rothaarsteig". Dieser Wanderweg über den Kamm des Rothaargebirges erfreut sich großer Beliebtheit.

Die waldreichen Regionen Sauerland / Siegen - Wittgensteiner Land bieten die Voraussetzung zu einer Kompetenzregion Forst, Holz und regenerative Energien. Dabei liegt das Augenmerk nicht ausschließlich auf dem Rohstoff Holz. Auch dessen Weiterverarbeitung, z. B. zu Einsatzstoffen im Produktionsprozess, wird weiter entwickelt, z.B. die Verwendung von aufbereiteten Holzpellets als Alternative zu Kunststoffgranulaten.

Der Hochsauerlandkreis wird von seinen zwölf Städten und Gemeinden gebildet. Hier finden sich viele kleine und mittlere Betriebe unterschiedlichster Branchen des produzierenden Gewerbes. Bedeutende Unternehmen im Hochsauerlandkreis gehören der Metall- insbesondere der Gießereiindustrie, verschiedensten Segmenten der Automobilzuliefererindustrie, der Elektro-, der Kunststoff- oder der Holzindustrie an. Natürlich ist die reizvolle wald- und wasserreiche Mittelgebirgslandschaft Grund dafür, dass der Hochsauerlandkreis auch eine starke Tourismusregion in Nordrhein-Westfalen wurde.

Die Menschen im Hochsauerlandkreis leben in einer Region, die von wunderschöner Landschaft geprägt ist. Hier zu wohnen und bei industriellen Weltmarktführern zu arbeiten ist für die Menschen im Hochsauerland gelebte Realität.


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