Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 031/2018 - 13.12.2018

10 Jahre Siegener Bündnis für Demokratie

Aufruf zur Kundgebung auf der Siegbrücke - „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

Jedes Jahr gedenkt die Siegener Bevölkerung der schrecklichen Ereignisse am Samstag vor dem 3. Advent im Jahr 1944. Damals erlebte die Stadt Siegen in der Vorweihnachtszeit die schrecklichsten Momente in ihrer Geschichte.

In kurzer Zeit wurden über 50.000 Bomben abgeworfen und kein Stein blieb auf dem anderen, hunderte Menschen verloren im Bombenhagel ihr Leben. „Dieses Ereignis hat als Tragödie Eingang in die Stadtgeschichte gefunden und sich tief in das kollektive Gedächtnis der Bevölkerung eingegraben und das über die vielen Jahrzehnte hinweg. Dieser Tag ist bis heute Gegenstand der Erinnerungskultur der Siegener Stadtgesellschaft und aller, die sich mit dieser, unserer Stadt eng verbunden fühlen“, sagt Ingo Degenhardt, Vorsitzender des DGB Siegen-Wittgenstein und einer der Sprecher des „Siegener Bündnisses für Demokratie“.

Vor 10 Jahren versuchten Neonazis, diese Erinnerungskultur für ihre Hasspropaganda umzudeuten. Sie scheiterten am Zusammenhalt einer ganzen Stadt. „Damals versammelten sich verschiedenste Organisationen und Menschen aus der Stadtgesellschaft an diesem Tag unter dem Motto Ge(h)denken, um zusätzlich zum stillen Gedenken ein Zeichen zu setzen gegen Hass und Gewalt. Es war die Geburtsstunde eines breit aufgestellten Bündnisses über Parteigrenzen und ideologische Sichtweisen hinweg und diese Allianz trägt bis heute“, so Siegens Sozialdezernent und ebenfalls Bündnissprecher, André Schmidt. Seit 2008 gestaltet das Siegener Bündnis den Gedenktag durch eigene Aktivitäten maßgeblich mit.

Schon im ersten Vorbereitungstreffen zum diesjährigen Ge(h)denken brachten die Mitglieder des Bündnisses ihre Sorge über die Entwicklungen in unserem Land zum Ausdruck. Es bestand sofort Einigkeit darüber, neben dem stillen Gedenken, welches wie jedes Jahr um 15 Uhr am Dicken Turm in der Oberstadt stattfindet, eine Kundgebung zu organisieren. Im Aufruf zur Kundgebung, die um 16 Uhr auf der Siegbrücke beginnt, heißt es: „In unserem Land mehren sich hetzerische Reden, die an die Vorgeschichte der NS-Diktatur erinnern. Auch damals fing es damit an, dass Gruppen in der Gesellschaft mit Hetze, Abwertung, Hass und mitleidloser Kälte ausgegrenzt und zu Feinden erklärt wurden. Damals war der Boden bereitet für Krieg und Zerstörung in ganz Europa, der von Deutschland ausging. Die Kundgebung steht unter dem Leitspruch „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ Als Zeitzeuge wird Prof. Dr. Ingo Baldermann zu den Kundgebungsteilnehmern sprechen, ebenso wie die Vorsitzende der DGB-Jugend Siegen-Wittgenstein, Yasmine Boubaous, die für die junge Generation spricht. Die musikalische Begleitung übernimmt die städtische Musikschule.

Als Zeichen dieser gemeinsamen Aktion des Siegener Bündnisses tragen die Kundgebungsteilnehmer einen blauen Button mit einem Zitat von Harald Welzer: „Es ist einfacher für die Demokratie zu kämpfen, solange es sie noch gibt. Danach wird es erheblich schwieriger.“

Die Veranstalter rufen die Siegener Bevölkerung auf, neben dem stillen Gedenken auch bei der Kundgebung Flagge zu zeigen und damit ein deutliches Zeichen gegen Rechtspopulismus und jedwede Geschichtsverfälschung zu setzen.

An die Kundgebung schließt sich um 18 Uhr der jährliche ökumenische Gottesdienst in der Nikolaikirche an. Um 20 Uhr liest Mehmet Daimagüler im Apollo-Theater aus seinem Buch „Empörung reicht nicht! Unser Staat hat versagt. Jetzt sind wir dran. Mein Plädoyer im NSU-Prozess.“
Bereits am Freitag den 14. Dezember zeigt das Jugendbündnis „SiegenNazifrei“ die Filmdokumentation „Wildes Herz“ in der Aula des Evangelischen Gymnasiums Siegen-Weidenau.
Auch diese Veranstaltung (Beginn 20 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr), findet im Rahmen des diesjährigen Ge(h)denkens statt.

  

für das Siegener Bündnis für Demokratie

Ingo Degenhardt (DGB) und André Schmidt (Stadt Siegen)

 

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